Obstbaumschnitt im Sommer

Der Winterschnitt ist wohl der bekanntere. Er dient vor allem zur Erziehung und Pflege der Obstbäume. Man sorgt für einen guten Kronenaufbau und regt bei schwach wachsenden Sorten auch das Wachstum an.

Während dieser Erziehungsphase im 1. bis ca. 8. Standjahr schneidet man Äpfel und Birnen im Spätwinter. Pflaumenbäume werden kurz vor dem Austrieb geschnitten, bei Aprikosen und Pfirsichen wartet man bis zur Blüte, um nicht aus Versehen fruchtende Äste zu entfernen.

Bei Kirschbäumen, die Probleme mit Gummifluss haben, sollte während oder kurz nach der Ernte geschnitten werden. Hier erfolgt also ein Sommerschnitt.

Diese Schnittmaßnahme hat sich auch bei anderen Obstarten bewährt und ist vor allem eine erhaltende Pflegemaßnahme. Die Lichtverhältnisse in der Krone werden verbessert, das fördert Blüten- und Fruchtbildung. Im Sommer kann man im belaubten Zustand meist besser beurteilen, welche Äste entfernt werden müssen. Übermäßiges Wachstum wird zurückgenommen und die Pflanze steckt mehr Kraft in die angesetzten Früchte. So werden auch Ertragsschwankungen verringert.

Ein weiterer Vorteil des Sommerschnitts ist, das voll im Saft stehende Pflanzen viel besser im Stande sind, Wunden schnell zu überwallen. So ist die Gefahr von Erkrankungen durch in die Wunden eindringende Pilze viel geringer. Das gilt übrigens nicht nur für Obstgehölze, sondern auch für alle anderen!

Auch die Erziehung von Spalierobst ist eine Aufgabe für den Sommer. Das Entspitzen der Triebe ist vor allem bei Spalierbirnen wichtig, damit sie mehr Früchte ansetzen. Jetzt im Juni werden die Triebe bei einer Länge von ca. 10 cm zum ersten Mal entspitzt. Alle seitlichen Verzweigungen an den Tragästen werden auf 4 – 6 Blätter über den jungen Früchten eingekürzt. Im Laufe des Sommers wird diese Arbeit ein- bis zweimal wiederholt.

An Weinstöcken bricht man jetzt überschüssige oder zu dicht stehende fruchtlose grüne Triebe am Stamm ab. Lassen Sie zwei kräftige Ranken mit Blütenansatz stehen und leiten Sie sie am Rankgerüst auf. Senkrechte Seitentriebe an den Trageruten werden später auf sechs Blätter eingekürzt.